Richtfest für Feuerwehrgerätehaus

Mit einem Megaphon verschaffte sich Kremperheides Bürgermeister Sven Baumann aus luftiger Höhe Gehör und blickte vom Gerüst auf die zahlreichen Gäste, die sich zum Richtfest in der Dorfstraße eingefunden hatten.

Was lange währt, wird endlich gut. Das trifft auf das neue Feuerwehrgerätehaus in Kremperheide zu. Beim Richtfest am Donnerstag, 4. Juni, erinnerte Bürgermeister Sven Baumann daran, dass der Weg bis zu diesem Tag ein langer gewesen sei. Denn: Seit 18 Jahren steht er an der Spitze der Gemeinde, und eines der ersten Themen, das der damalige Wehrführer Joachim Sprenger bei seinem Amtsantritt angesprochen habe, sei das viel zu kleine Feuerwehrhaus gewesen. „Schon damals hat die Feuerwehr auf die beengten Verhältnisse und die fehlende Erfüllung gesetzlicher Anforderungen hingewiesen“, so der Gemeindechef. Er freut sich daher umso mehr, dass voraussichtlich noch in diesem Jahr das multifunktionale Gebäude bezugsfertig sein wird.
Da ein Anbau an das bestehende Gebäude in der Dorfstraße 22 nicht möglich war, begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück. In unmittelbarer Nähe zum alten Feuerwehrgerätehaus wurde die Gemeinde in der Dorfstraße 58 fündig. Die Planung übernahm Katja Tewes von Butzlaff Tewes Architektin und Ingenieure aus Brande-Hörnerkirchen – gemeinsam mit der Feuerwehr und einer Arbeitsgruppe aus der Gemeinde. Im Herbst 2024 wurde der Bauantrag gestellt, mit dem Bau – die Nutzfläche beträgt rund 1100 Quadratmeter – konnte ein Jahr später begonnen werden.
Zum Richtfest hatten sich neben vielen Bürgern auch Gemeinde- und Amtsvertreter, Feuerwehrleute sowie Freunde aus den Nachbarwehren auf dem Vorplatz des Neubaus eingefunden. Dass beim Neubau großer Wert auf eine moderne und nachhaltige Energieversorgung gelegt werde, betonte Wehrführer Kyle Hansen: „Das Feuerwehrgerätehaus erhält eine Wärmepumpe, eine Lüftungsanlage sowie eine Photovoltaikanlage und wird damit energetisch zukunftsorientiert aufgestellt.“ Den Richtspruch übernahm Kai Kelting von der bauausführenden Firma aus Horst: Er wünschte dem Gebäude und seinen künftigen Nutzern Glück, Schutz und stets eine sichere Heimkehr von ihren Einsätzen.
Den 80 aktiven Einsatzkräften – darunter 65 Männer und 15 Frauen – sollen moderne und großzügige Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Neben ausreichend sanitären Anlagen mit großen Duschen umfasst der Neubau vier Stellplätze für Einsatzfahrzeuge mit Absauganlage, eine Einsatzleitstelle, ein Büro für die Wehrführung und einen Versammlungsbereich mit separatem Eingang. „Dieser rund 130 Quadratmeter große Raum lässt sich durch eine Trennwand teilen“, erläuterte Baumann. Es gibt eine Küchenzeile, Lager- und Stuhlräume sowie einen eigenen Bereich für die Jugendfeuerwehr.
Das Gebäude soll auch als Notfallanlaufpunkt für die Gemeinde dienen – etwa bei länger andauernden Stromausfällen oder anderen Krisensituationen. Besonders stolz sei man darauf, dass Einsatzbereich und Versammlungsräume bewusst voneinander getrennt wurden: Dadurch könnten künftig auch Awo, DRK, Kirchengemeinde oder die Gemeinde selbst das Haus für Sitzungen und Veranstaltungen nutzen. Das neue Feuerwehrgerätehaus wird damit weit mehr sein als ein Standort für die Feuerwehr: ein Treffpunkt für das Dorfleben. Draußen soll es ausreichend Parkplätze und eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge geben.
Bei allen Planungen spielte die Finanzierung eine zentrale Rolle: „Wir rechnen für den Bau einschließlich Kalthalle und Grundstück mit Kosten von knapp 4,8 Millionen Euro“, so der Bürgermeister. Gleichzeitig verwies er auf einen Bundeszuschuss von 600.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). „Das ist eine Menge Geld. Man muss aber bedenken, dass hier nicht nur ein Feuerwehrgerätehaus entsteht, sondern ein multifunktional nutzbares Gebäude – und damit eine echte Bereicherung für die Gemeinde Kremperheide.“ (Kristina Mehlert)

Quelle: Norddeutsche Rundschau, 6.6.2026